Alle Fragen im Überblick

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Beteiligung funktioniert nur, wenn Entscheidungsträger_innen junge Menschen ernst nehmen und Macht abgeben. Das gilt nicht nur für Politiker_innen, sondern z. B. auch für Lehrer_innen oder Arbeitgeber_innen. Damit Partizipation wirkungsvoll ist, muss sie gewollt und gelernt sein! Deshalb habt ihr bei der Beteiligungsrunde [Jugendbeteiligung – selbstverständlich?!] gefordert, dass Entscheidungsträger_innen in Sachen Jugendbeteiligung und im Umgang mit jungen Menschen besser qualifiziert und fit gemacht werden müssen. Doch was genau heißt eigentlich »fit« machen in diesem Zusammenhang?

Wenn ihr eine Schulung mit dem Titel »Fit für Jugendbeteiligung« erstellen müsstet, welche Kompetenzen müssten besonders gestärkt werden? Auf welche Inhalte würdet ihr einen Schwerpunkt setzen? Was sollten Entscheidungsträger_innen aus eurer Sicht konkret können? Was erwartet ihr von ihnen? Und was ist die Voraussetzung, um ausreichend fit zu sein für Jugendpartizipation?

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Ziel der Eigenständigen Jugendpolitik ist, dass alle, die das Leben junger Menschen beeinflussen, gemeinsam die Situation Jugendlicher verbessern. Kommune, Wirtschaft, Zivilgesellschaft (Kirchen, Verbände, Vereine, Bürger_innen, ...), Medien und Schule sollen sich der Verantwortung, die sie im Hinblick auf das Aufwachsen junger Menschen haben, bewusst werden. Sie sollen sich aktiv für bessere Bedingungen für die junge Generation einbringen.

Das klingt logisch oder? Aber nun mal im Klartext: Wenn ihr euch vor Ort umschaut: Welche Akteure müssten auf lokaler Ebene unbedingt ins Boot, wenn es darum geht, die Jugend (also eure Interessen und Bedarfe) stärker als vorher zu berücksichtigen? Was könnten sie genau zusammen tun? Nicht alle müssen mit allen alles machen: Wer sollte mit wem in welchen Bereichen zusammenarbeiten?

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Politik und Gesellschaft sind geprägt von Strukturen, die nicht immer besonders attraktiv sind. Die Rede ist von Gremien, wie z. B. der Bezirksverordnetenversammlung, dem Jugendhilfeausschuss oder den Stadtteil AG’s. Bei [Jugendbeteiligung – selbstverständlich?!] habt ihr den Wunsch geäußert, dass die »Erwachsenenwelt«, wenn sie Jugendfragen behandelt, noch viel stärker auf euch zugehen soll. Ihr wollt, dass eure Meinung stärker in politische Entscheidungen einbezogen wird.

Doch wie wollt ihr einbezogen werden? Bei welchen Fragen möchtet ihr direkt und aktiv dabei sein? An welchen Stellen ist eine Vertretung eurer Interessen durch gewählte Vertreter_innen (z.B. aus euren Verbänden, Jugendringen, Schüler_innenvertretungen, Gruppen oder Initiativen) besonders sinnvoll? Nennt uns Vorschläge, wie so ein jugendpolitisches Gremium sein müsste/wie es ablaufen sollte, damit ihr euch dort gut vertreten fühlt? Welche Bedingungen müssten diese Gremien, Sitzungen und Vertretungsstrukturen erfüllen? Wie könnten die verschiedenen Möglichkeiten zur Beteiligung an all diesen Strukturen bekannter werden?

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Im Rahmen des Prozesses zur Entwicklung einer Eigenständigen Jugendpolitik wird darüber nachgedacht, wie eine jugendfreundliche Kommune aussehen muss. Welche Faktoren müssten Kommunen erfüllen, um den Test »Jugendfreundlich« zu bestehen und dafür eine Auszeichnung zu bekommen? Auf dem 5. Fachforum »Lokale Allianzen für Jugend – Mitdenken, Mitlenken!« haben die Fachleute eine Liste von Ideen gesammelt.

Was sagt ihr zu den Vorschlägen? Welche findet ihr besonders wichtig? Und was fehlt euch, damit eine Kommune das Label »jugendfreundlich« auch tatsächlich verdient?

 

    DAS SAGEN DIE FACHLEUTE

    Folgende Aspekte sollte eine jugendfreundliche Kommune nach Vorstellungen der Fachleute erfüllen:

    1. Die Jugendlichen leben gerne in der Kommune. Sie bleiben auch nach der Schulzeit oder kehren nach der Ausbildung zurück.
    2. Es gibt ausreichend Räume für Jugendliche, die ihren Bedürfnissen entsprechen und die sie selbstbestimmt nutzen können.
    3. Jugendliche werden in der Öffentlichkeit wahrgenommen, respektiert und wertgeschätzt.
    4. Alle Jugendlichen haben Zugang zu schulischen und außerschulischen Lern- und Bildungsorten wie Schulen, Jugendzentren, Jugendverbänden, Theatern, Sportvereinen, u.v.m.
    5. Die Jugendarbeitslosigkeit ist niedrig.
    6. Echte Partizipation, also Mit- und Selbstbestimmung mit jugendgerechten Beteiligungsformaten für alle Jugendlichen sind gesetzlich verankert und etabliert. Junge Menschen werden ernsthaft in Entscheidungen der Kommune (auch über jugendspezifische Themen hinaus) einbezogen.
    7. Jugendhilfeplanung bezieht alle Lebensbereiche junger Menschen ein, nicht nur Jugendhilfe, sondern auch Schule, Stadt, Bau und Verkehrsplanung. Auch die Jugendlichen und ihre Eltern werden in den Planungsphasen ernsthaft beteiligt.
    8. Bei allen Entscheidungen, die junge Menschen betreffen, werden ihre Belange berücksichtigt und es wird geprüft, welche Auswirkungen sie auf junge Menschen heute und auf kommende Jugendgenerationen haben.
    9. Die Kommune hat ein Leitbild »Jugendfreundlichkeit«, das für alle Arbeitsbereiche in der Kommune gilt. Regelmäßig wird dieses Leitbild auf den Prüfstand gestellt. Dafür werden die Bedürfnisse möglichst aller jungen Menschen erhoben.
    10. Jugendpolitik hat einen hohen politischen Stellenwert in der Kommune. Es gibt einen politischen Auftrag und einen Etat für Jugendpolitik. Politik und Verwaltung, Schule, Vereine/Verbände, Jugend, Wirtschaft und lokale Medien wirken zusammen im Sinne einer lokalen »Allianz für Jugend«.