INFOS ZUM THEMA

Hier findet ihr einige Informationen und Anregungen rund um das Thema Übergänge und ihre Gestaltung. Die Infos können zur Auseinandersetzung mit dem Thema genutzt werden. Wir stellen hier außerdem einige Anregungen und Materialien für die Gruppenarbeit bereit. (Foto: ©CW-Design | Photocase.com)

 

Ihr sucht Orientierung? Na, dann los!

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>> Der Clip zur Beteiligungsrunde

 

 

 

Einstieg ins Thema: Übergänge im Jugendalter

Im Jugendalter wird man mit vielen Veränderungen konfrontiert. Mit der Pubertät legt man das Kind-Sein ab und bewegt sich auf die Jugendphase zu. Man geht von der Grund- auf die Oberschule, begegnet unheimlich vielen neuen Leuten, die einen prägen und auf dem eigenen Lebensweg ein Stück weit begleiten. Oder aber man grenzt sich ab und bewegt sich in eine ganz andere Richtung. Das passiert spätestens dann, wenn man sich vom Elternhaus abkoppelt und „seinen eigenen Weg“ einschlägt. All das ist häufig mit spannenden, einschneidenden Erlebnissen, Herausforderungen und auch Hürden verbunden.

Darüber schon mal nachgedacht?

  • Welche Übergänge hast du/habt ihr bereits bewältigen müssen? Welche Veränderungen waren für dich/euch besonders intensiv und was hat dir/euch geholfen, sie zu bewältigen?
  • Was oder wer hat dich/euch dabei unterstützt?
  • Was hast du/habt ihr daraus gelernt?
  • Stelle dir vor, es gäbe weder Konkurrenz- noch Zeit- noch Leistungsdruck, würde dein Leben anders verlaufen als angestrebt? Wenn ja, was hindert dich an diesem Lebenskonzept?

 

Von der Schule in die Ausbildung

Hat man die Schulzeit - die für einige einfacher und für andere schwieriger zu meistern ist - überwunden, fragt man sich: „Und wat nu?“. Viele von euch antworten auf diese Frage mit einer Berufsausbildung als nächstem Lebensabschnitt. Für diejenigen heißt es also: recherchieren, Interessen erkunden, Betriebe besuchen, Praktika machen und zu guter Letzt Bewerbungen schreiben!

Darüber schon mal nachgedacht?

  • Wie gut waren die Unterstützungsangebote, die du/ihr in Anspruch genommen hast/habt, um einen Ausbildungsplatz zu finden?
  • Was lief gut? Was lief schlecht? Was würdest du dir/würdet ihr euch wünschen?

Materialien und Links (z.B. für die Gruppenarbeit)

»   Lexikon der Ausbildungsberufe Arbeitsagentur: Hier findest du eine Auflistung aller Ausbildungsberufe. Es ist wirklich beeindruckend, wie vielfältig die Berufslandschaft aussieht. Aus dem Lexikon lässt sich wunderbar ein Quiz, Jeopardy, Memory etc. erstellen. Was z.B. tut eine Fachkraft für Süßwarentechnik, ein_e Drogist_in oder ein_e Fachglasmechaniker_in genau?

»   Video der DGB-Jugend in dem Ruxa und Trin ausführlich etwas zum Thema „Ausbildung für alle“ erzählen. Reinschauen lohnt sich!

 

»   Verbesserung der Ausbildungssituation und der beruflichen Integration junger Frauen (2007): Wie steht’s eigentlich um die jungen Frauen im Bereich Ausbildung und Beruf? Der DBJR hat hierzu eine Position verabschiedet. Lest doch mal rein!

»   Euch/dich interessieren Zahlen und Fakten rund um die Ausbildungssituation in Deutschland? Die DGB-Jugend erstellt jeden Monat eine aktuelle Statistik zur Ausbildungsplatzsituation

 

Von der Schule ins Studium

Nach dem Abi ins Studium? Viele wissen nach dem Abitur ganz genau, was sie studieren wollen. Für andere ist es die „Qual der Wahl“, die im Vordergrund steht. Doch lieber erst mal eine Auszeit nehmen? Mal ganz was anderes machen? Oft zieht es einen nach dem Abitur ins Ausland oder man entscheidet sich für ein Freiwilliges Soziales Jahr oder schnuppert über Praktika in verschiedene Berufe hinein, bevor man sich für ein Studium entscheidet. Egal, ob kurvig oder direkt ans Ziel - Die Wahl für den richtigen Studienplatz ist auf jeden Fall keine Leichte und bestimmt den Lebensweg ganz enorm.

Darüber schon mal nachgedacht?

  • Was sind die Motive, die hinter deinen Entscheidungen (z.B. für oder gegen ein Studium) stecken?
  • Welche Stolpersteine gibt es auf dem Weg ins Studium? Wie könnte man sie überwinden?
  • Was kann „Politik“ tun, um dir den Weg von der Schule ins Studium zu erleichtern?

Materialien und Links (z.B. für die Gruppenarbeit)

»   www.studieren.de bietet eine gute Möglichkeit zur groben Orientierung. Man kann sich die Profile der Studiengänge, die einen interessieren anschauen oder einfach nur mal stöbern.

»   Ihr wollt euch ausführlicher mit dem Bachelor-Master-System auseinandersetzen? Hier ein kritischer Artikel der Süddeutschen.

 

Von Ausbildung/ Studium in den Beruf

Ein weiterer wichtiger Übergang ist der Schritt ins Berufsleben. Bei einigen verläuft er ganz reibungslos, z. B. wenn die vorherige Praktikumsstelle einen übernimmt oder man nach wenigen Bewerbungen eine gute Stelle ergattert. Oftmals ist ein Berufseinstieg jedoch auch mit einer großen Wartezeit verbunden, bei der man auf staatliche Unterstützung angewiesen sein kann. Neben allen Herausforderungen, die sich in dieser Phase ergeben mögen, ist es insbesondere wichtig, sich seiner Stärken und Schwächen bewusst zu werden. Des Weiteren muss man Bewerbungen schreiben und das erfordert ganz schön viel Übung.

Darüber schon mal nachgedacht?

  • Wie schwer oder leicht ist es einen passenden Job zu finden? Was heißt „passender“ Job für dich?
  • Welchen Schwierigkeiten sehen sich gerade Berufseinsteiger_innen gegenüber? Welche Arten der Unterstützung gibt es? Habt ihr diese Unterstützung schon mal genutzt? Welche Erfahrungen habt ihr gemacht?
  • Wie transparent ist die Entscheidung für oder gegen eine_n Bewerber_in?

Materialien und Links (z.B. für die Gruppenarbeit)

»   Vor allem nach dem Studium sammelt man häufig Erfahrungen in diversen Praktikumsstellen. Oftmals lernt man in Praktika jedoch weniger als erhofft. Dieses Video der DGB-Jugend wirft darauf einen kritischen Blick:

 

 

»   Hier eine DBJR-Position zur Vertiefung in das Thema Ausbildungs- und Arbeitsplätze statt "Generation Praktikum" (2005)

»   Stichwort prekäre Beschäftigung: Leider sind viele Jobs nicht auf eine lange dauer angelegt, was die Zukunftsplanung ziemlich einschränkt. Der DBJR hat auch zu diesem Themenfeld klare Forderungen. Position: Junge Menschen als Betroffene von prekärer Beschäftigung (2008)

»   Nützliche Tipps zum Thema Bewerbung findest du/findet ihr hier.

 

Lernerfahrungen im Ausland

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen, so lautet das wohlbekannte Sprichwort. Ergänzen könnte man noch: Und dabei auch ganz schön viel lernen - ganz ohne Schule, Ausbildungsplatz und Uni. Ob ein internationales Pfadfinderlager, ein Europäischer Freiwilligendienst in Litauen, ein deutsch-französischer Jugendaustausch, ein Workcamp in der Ukraine und und und: Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten für junge Menschen, ihre gewohnte Umgebung zu verlassen, um andere Kulturen kennen zu lernen, neue Erfahrungen zu sammeln, eine andere Sprache zu erleben und sich dabei – oft ohne dass man es bewusst wahrnimmt - weiterzuentwickeln. Über die Persönlichkeitsentwicklung hinaus können sie aber auch Einfluss bei Bewerbungen für einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz haben.

Darüber schon mal nachgedacht?

  • Hast du/Habt ihr schon einmal an einer Jugendbegegnung/einem Austausch/einem Sprachkurs teilgenommen oder bist/seid für einen Freiwilligendienst ins Ausland gegangen? Warum? Warum nicht? Was bringt der Blick über den „Tellerrand“?
  • Welche Erfahrungen und Kompetenzen kann man während eines Auslandsaufenthaltes erwerben? Welche davon könnten für die Ausbildung oder den Beruf interessant sein?
  • Welche jungen Menschen werden mit den bestehenden Angeboten für Auslandsaufenthalte erreicht? Welche eher nicht? Warum und wie könnte man das ändern?

Materialien und Links (z.B. für die Gruppenarbeit)

Infos über Wege ins Ausland für junge Leute:

»   Raus von Zuhaus (Eurodesk Deutschland)

»   Wege ins Ausland

»   Ausland.org

»   Deutsch-Französisches-Jugendwerk

»   Deutsch-Polnisches Jugendwerk

»   ConAct - Koordinierungszentrum Deutsch-Israelischer Jugendaustausch

»   Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch

»   Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch

»   Internationale Jugendgemeinschaftsdienste

»   JUGEND für Europa

»   www.wegweiser-freiwilligenarbeit.com

 

Erfahrungsberichte:

»   Bessere Jobchancen mit interkultureller Erfahrung - Jugendbegegnung mit arbeitslosen schwedischen und deutschen Jugendlichen

»   Europäischer Freiwilligendienst in Moldawien

»   Fünf türkische Jugendliche als Freiwillige in Deutschland

»   Workcamp in der Ukraine

 

Was Fachleute und Wissenschaftler_innen sagen:

»   Begegnung schafft Perspektiven - Empirische Einblicke in internationale Jugendbegegnungen. Von Wolfgang Ilg und Judith Dubiski (2011)

»   Für ein Recht auf Grenzüberschreitung - Diskussionspapier der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe zum Beitrag der Kinder- und Jugendhilfe zur Förderung von Mobilität als Schlüssel für Chancen und Teilhabe

»   Empfehlungen des Deutschen Vereins zur Anerkennung und Förderung von grenzüberschreitenden Lernerfahrungen für junge Menschen im Ausland

»   IJAB journal 1/2012: Lernen ohne Grenzen

»   Reader der EU-Kommission der zeigt, wie JUGEND IN AKTION zu mehr Beschäftigungsfähigkeit führt

 

Initiativen zur Integration benachteiligter Jugendlicher in die internationale Jugendarbeit

»   InterKulturell On Tour - Kooperation von Internationaler Jugendarbeit und Migrantenorganisationen

»   JiVE - Jugendarbeit international - Vielfalt erleben

 

Stolpersteine - Wenn der Übergang nicht klappt

Viele Jugendliche haben Schwierigkeiten, den Weg ins Berufsleben zu finden und manchmal erscheint der Übergang als ein schier unlösbares Problem. Was tun, wenn man die Schule oder die Ausbildung ohne Abschluss verlassen hat, wenn Probleme in der Familie oder mit Freunden alle Energie nehmen, junge Menschen in die Kriminalität oder Drogensucht abgerutscht sind oder die Hürden für sie durch individuelle Beeinträchtigungen höher sind als bei anderen? Für junge Menschen, die Schwierigkeiten haben, einen Ausbildungsplatz oder eine Arbeitsstelle zu finden, gibt es in Deutschland eine Vielzahl von unterschiedlichen Informationsangeboten und Förderprogrammen. Tatsache ist aber auch, dass zum einem sehr viele dieser Angebote kaum bekannt sind und zum anderen wenig Erfolg zeigen. Viele Jugendliche erleben, dass sie von Maßnahme zu Maßnahme weitergereicht werden, ohne die Chance auf einen richtigen Berufseinstieg zu haben.

Darüber schon mal nachgedacht?

  • Habt ihr schon die Erfahrung gemacht, was es heißt, einen Übergang nicht zu schaffen? Wie fühlt man sich dabei? Was gibt einem Sicherheit und wovor hat man Angst?
  • Wie sähe für euch die ideale Unterstützung in solch einer schwierigen Übergangsituation aus? Was und wer könnte euch dann helfen?
  • Welche vorbeugenden Maßnahmen oder Projekte wären denkbar, damit die Unterstützung nicht erst ansetzt, wenn der Übergang nicht geklappt hat?

Materialien und Links (z.B. für die Gruppenarbeit)

»   Ein oben benanntes Übergangssystem wurde zum aktuellen Schuljahr 2012/13 im Bundesland Nordrhein-Westfahlen gestartet

»   Ganz Druckfrisch! Die DGB-Expertise Generation abgehängt – Junge Menschen ohne Berufsabschluss. Hier geht‘s unter anderem um die Entwicklung von Ausbildungslosigkeit, die Chancen Ungelernter auf dem Arbeitsmarkt und es werden Maßnahmen zur Bekämpfung von Ausbildungslosigkeit geschildert.

»   Das Programm der Kompetenzagenturen

»   Jugendmigrationsdienste vor Ort

»   Angebote der Arbeitsagentur rund um die Ausbildung

»   Berufsinformationszentren der Bundesagentur für Arbeit

»   Merkblatt zur Berufsberatung der Arbeitsagentur

 

Praxistipps

Es gibt viele Möglichkeiten, sich dem Thema „Übergänge“ zu nähern. Hier einige Ideen:

Wie wär‘s mit…

  • …einem Interview! Interviewt eure Eltern/Großeltern/Tanten/Geschwister/Freunde. Wie haben sie ihre Übergänge gestaltet? Auf welcher Basis trafen sie ihre Entscheidungen? Hierdurch könnt ihr z. B. die Gestaltung von Übergängen in verschiedenen Generationen intensiver erforschen. Das führt sicherlich zu vielen spannenden Ergebnissen und Einblicken.

  • …einem Expert_innengespräch! Wenn ihr mal einen Blick auf die Profis werfen wollt, könnt ihr diese natürlich auch befragen. Da bieten sich z.B. Berufsberater_innen, Jugendsozialarbeiter_innen oder Mitarbeiter_innen der Arbeitsagentur an. Bereitet die Fragen und Weiteres am besten schon gemeinsam vor. Hierzu bietet sich ein Fragebogen an, der euch als Leitfaden dient.

  • …einem Besuch im BiZ! Hier gibt es viele Informationen zu Arbeitsmarkt, Berufs- und Studienwahl, Stellensuche sowie Weiterbildung. Macht doch mal eine Art Bestandsaufnahme des BiZ und untersucht wie hilfreich die Angebote wirklich für euch sind.

  • …einer Fotoaktion! Dokumentiert zum Beispiel wichtige Wendepunkte in eurem Leben. Vergleicht eure Lebenswege in der Gruppe und untersucht, wo Gemeinsamkeiten und Unterschiede liegen. Das bietet sich als guter Einstieg in das Thema an. Oder macht Fotos von Einrichtungen der Jugendsozialarbeit und Berufsberatung, informiert euch über diese, pinnt sie auf einen Stadtplan und erörtert, wie gut sie vernetzt sind.

  • …einem Blick in die Unternehmen! Stattet doch mal Unternehmen, die euch besonders interessieren einen Besuch ab. Wie funktioniert das Ausbildungsmanagement bei ihnen? Würden sie sich mehr Kooperationen mit sozialen Trägern wünschen?

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